Mehr Spielraum für Kinderrechte

Wir wollen Beteiligungschancen erweitern, wir wollen Kinderschutz erhöhen und wir wollen Förderung erweitern. Für Kinder, die von sozialer Isolation bedroht sind. In Form von Sozialer Gruppenarbeit im Grenzbereich von Schule und Jugendhilfe. Im Rahmen von konkreter Umsetzung der Kinderrechte – als Versuch, sie zur lebendigen Maxime jeglichen sozial-pädagogischen Handelns zu machen.

Mehr Spielraum für Kinderrechte schaffen hat im Projekt zweierlei Bedeutung: Zum einen ideell, die Wichtigkeit und Dringlichkeit der Kinderrechte ins Bewusstsein rücken und zur Maxime, zum Leitfaden von Jugendhilfe und von sozialpädagogischen Handeln zu machen. Zum anderen strukturell und auf der Handlungsebene – zumindestens exemplarisch an einem ausgewählten Ort unseres Agierens – versuchen, tatsächlich im täglichen Handeln sie als messbare Grundlage zu verwenden. Bewusst wählen wir den Ort Randow-Grundschule und hier die vom SPIK e.V. betriebene Schulstation. Die Schule, weil: sie befindet sich in einem Sozialraum in Neu-Hohenschönhausen mit einem der niegrigsten Sozialindezes Berlins.

Dem entgegen besteht aber eine hohe Bereitschaft in Schulleitung und Mitarbeiterschaft, experimentelle Wege zu gehen um Schutz, Förderung und Beteiligung gerade auch von Kindern zu fördern, die als “abgehängt” gelten bzw. von sozialer Isolation bedroht sind. Die Schulstation bietet durch den direkten Zugang des Trägers strukturell und inhaltlich einen geeigneten Raum, um das Projekt bestmöglich wirksam werden zu lassen. Die Gruppe von Kindern, die wir erreichen wollen, können wir salopp als “zu laut, zu schräg, zu bunt, zu agil, zu fremd…” betiteln. Alle gemeinsam zeichnet aus, dass sie eine Verhaltens- oder Herkunfts- oder Merkmalszuschreibung haben, die ihnen Beteiligung, Wohlergehen und Entwicklung erschweren oder sie verhindern.

Um es in der Sprache der Kinderrechte zu nennen: Es sind Kinder die nach der Flucht Schutz in Berlin suchen, es sind Kinder, denen elterliche Fürsorge fehlt, Kinder die aufgrund von Behinderung oder emotional-sozialen Besonderheiten Förderung benötigen und es sind Kinder, deren Gesundheit, deren Bildungsstand und deren Spiel-/Freizeitverhalten Defizite aufweist. Täglich von 12 bis 14 Uhr wird die Schulstation mit einer bzw. verschiedenen weiteren Fachkräften eine Soziale Gruppenarbeit (SGA) vorhalten, die jene Zielgruppen spezifisch ansprechen wird. Die Methoden werden kreativer, aktionsbezogener, Sozialraum erkundender und sozial-kommunikativer Natur sein. 10 Leit-Kinderrechte stehen im Vordergrund.

Die Fachkräfte verfügen über weitreichende Kenntnisse zu den Kinderrechten, sind sozialpädagogisch ausgebildet und haben besondere Fertigkeiten, die die oben beschriebene Ausgestaltung der Gruppenarbeit ermöglichen. Die vor Ort bereits agierende Sozialarbeit ermöglicht den organisatorischen Rahmen und unterstützt persönliche Zugänge. Auch bei der Gruppenzusammenstellung/Teilnehmendenakquise wird sie selbstverständlich aktiv mitwirken. Auch die Schule wird alle notwendigen Rahmenbedingungen befördern und gewährleisten. Darüber hinaus wird sie eng korrespondieren mit unserem Anliegen, die Kinderrechte als konkrete Handlungsgrundlagen anzusetzen und sie als Orientierungsgrundlage anzuerkennen.

Der Träger, als Leitträger für diverse Kinderrechte-Projekte in der Region Hohenschönhausen kooperiert u.a. mit dieser Schule in der Sache “Kinderrechte verwirklichen” seit 2012! Durch unsere enge Zusammenarbeit mit der Kinder- und Jugendbeteiligungs/ Kinderrechtebeauftragten des Bezirkes Lichtenberg ist die Verzahnung des Projektes in bezirkliche Prozesse und seine Außenwirkung gesichert. Schon länger beabsichtigen wir in der bezirklichen Kinderrechte-AG die konkrete Umsetzung der KR im pädagogischen Alltag und damit ihre messbare Wirksamkeit.

Die Stadtteilkoordinatorin und die Fachliche Steuerung Schule/Jugendhilfe im JA werden das Projekt inhaltlich begleiten und in den Fachgremien (z.B. AGen nach §78 SGB VIII) zur Diskussion und Darstellung bringen. Die Verzahnung der drei Säulen Träger, Schule und Jugendamt ist uns bei allen schulbezogenen Projekten vehement wichtig und unerlässlich. Im Jahresverlauf wollen wir etwa 20 Kinder erreichen, für die die Zielstellung Relevanz hat. Im besonderen Fall werden auch Eltern der teilnehmenden Kinder mit einbezogen.

Mehr erfahren unter: http://jfsb.de/stiftungsbuero-berlin/werner-coenen-stiftung/